Der Winter zieht sich zurück auf Rügen

Der Winter hat langsam verspielt, auch hier auf der Insel Rügen. Der Frühling ist nun schon spürbar. Und hier am Steinstrand zwischen den Ostseebädern Binz und Sellin auch schon zu riechen.

Es ist diese besondere würzig-frische Mischung aus Ostsee, Strand, dem angrenzenden Wäldern der Granitz und dem leicht moderigen des Seetang, der an diesen Tagen Anfang März den nahen Frühling spüren lässt.

Der Schnee schmilz schnell, die Sonne hat Kraft es tauen zu lassen, der Regen aktuell hilft mit, das Weiß des Winters endgültig zu beseitigen. Die großen Steine am Strand kommen unter dem Schnee wieder hervor.

Noch ist es recht (nass)kalt, aber ein kurzer Spaziergang am Ostseestrand ist auch in dieser Jahreszeit und bei diesem, vielleicht auf den ersten Blick etwas ungemütlichem Wetter, sehr reizvoll und macht Spaß. Und bietet einen Vorteil, den ich schätze: Die Ruhe. In wenigen Wochen ist hier wieder sehr voll, kommen die ersten Urlauberströme. Aber jetzt, jetzt ist es noch wunderbar still an einigen Orten auf der Insel.

Und durch die Gedanken zieht sich Goethes Osterspaziergang. „Vom Eise befreit sind Fluß und Bäche…“

Es wird Frühling.

Lila Feld bei Altefähr

In der Nähe von Altefähr und dem Rügendamm liegt der kleine Ort Grahlerfähre auf der Insel Rügen.
Hier werden seit ein paar Jahren die umliegenden Felder auf „Bio“ umgestellt und seit dem hauptsächlich mit Gründünger eingesät. In den letzten Jahren kamen schon verschiedene Saaten zum Einsatz, mit dem Ziel, das sich der Boden erholt und regeneriert.
In diesem Jahr erstrahlt ein Feld wieder in sattem lila, denn hier wächst Phacelia tanacetifolia, auch als Bienenfreund oder Blütenschön bekannt. Auch der rote Klatschmohn hat sich ins Feld gesät, was vor der tollen Kulisse des Himmels ein tolles Bild gab.

Leider schien zu der Zeit am späten Nachmittag, in der ich vor Ort war, nicht mehr so häufig die Sonne, die Blüten der Phacelia tanacetifolia waren leider nicht mehr ganz geöffnet. An richtig sonnigen Tagen erstahlt es noch satter in lila und über dem Feld summt und schwirrt es. Ein Traum für Bienen und Schmetterlinge. Und für`s Auge derer, die sich einen längeren Moment Zet nehmen, diese kleine Idylle zu geniessen.

Heuwiese am Radweg nach Glutzow

Heuwiese in der Nähe von Poseritz

Wir wohnen direkt am Radfernweg Hamburg-Rügen. Und nutzen diesen auch häufiger für eine kurze Radtour rund um die Üselitzer Wiek.

Heute Abend fuhren wir bei tollem Wetter, blauem Himmel und Sonnenschein. Entlang der Strecke, zwischen Poseritz und Glutzow, liegen noch kleine Wiesen, was selten geworden ist bei der extensiven Flächennutzung.
Aber hinter den Schlehenhecken war vor kurzem die Wiese gemäht worden. Der Duft ist etwas ganz besonderes: Noch nicht ganz trockenes Heu aber auch nicht mehr frisches Gras. An einem so tollen Sommerabend wie diesem genau das Richtige um endgültig von Glücksgefühlen durchströmt zu werden und mit einem Grinsen im Gesicht und dem Gedanken „Die Welt ist schön!“ im Kopf mit der Familie weiter zu fahren.

Ausflug auf die Insel Vilm