Gartengestaltung ist eine Aufgabe, die zum Vollzeit-Job werden kann – weil das richtige Anlegen und die geschmackvolle Gestaltung eines Gartens hohe Kunst sein kann – und das Gelingen hängt oftmals davon ab, ob die Planung ohne wesentliche Fehler erfolgte.
Meister der Gartengestaltung sind und waren die Fürsten, die im 19. Jahrhundert damit begannen, die Umgebung ihrer Schlösser neu zu gestalten – zum Beispiel der Muskauer Park des Fürsten Pückler in der Nähe von Görlitz ist (der Park gehört inzwischen zum UNESCO-Welterbe!). Aber auch schon weit früher waren Gartenarchitekten aktiv bei der Landschaftspflege und legten wunderschöne Parks an: die Parkanlagen in Hannover-Herrenhausen, der Park beim Schloss Augustusburg in Brühl bei Köln, die Parks am Schloss Sancoussi bei Potsdam, dem Wohnsitz von König Friedrich dem Grossen (das war der „Alte Fritz“) und viele andere Anlagen mehr, die sich heute ausnahmslos in gut gepflegtem Zustand befinden. Oft liegen die schönsten Gärten und Parks auch in den Hauptstädten und Residenzen der Nachbarländer: Schloss Schönbrunn in Wien, der Park von Versailles bei Paris, die berühmten Gärten in England, in Schweden, in Russland – endlose Versuchungen zum Besichtigen und Besuchen. (Das Internet bietet eine Fülle von Versuchungen, den nächsten Urlaub nur zum Gärtenschauen zu planen!) Anregungen also gibt es zuhauf, und wenn Sie auch nicht das Areal eines Schlossbesitzers zur Verfügung haben, von diesen Vorbildern können Sie vieles abschauen und übernehmen.
Womit soll man anfangen, wenn man einen Garten gestalten will? Es hängt wesentlich davon ab, ob es sich um einen bereits bestehenden Garten handelt, der „renoviert“ werden soll, oder ob man eine neue Fläche als Garten anlegen will – zum Beispiel, wenn Sie ein neues Haus gebaut haben und die Freiflächen entsprechend Ihren Wünschen und Möglichkeiten gestalten möchten.
Wenn Ihnen die eigene Erfahrung bei der Gartengestaltung fehlt, dann können Sie die ersten Schritte tun, indem Sie sich in einer Bibliothek (virtuell im Internet oder ganz praktisch in Ihrer Stadt) kundig machen und die dort angebotenen Informationen studieren.
Eine andere Möglichkeit aber besteht darin, sich in die Gärtnereien, Baumschulen und Gartencentren zu begeben, deren Adressen Sie ja auch im Internet oder in den „Wochenblättern“ frei Haus geliefert bekommen. Dort sollten Sie in Ruhe, mit viel Zeit und mit einem stabilen Notizbuch ausgestattet, umherwandern.
Da Sie ja in der Regel eine definierte und bestimmte Fläche zur Verfügung haben dürften – egal, ob es sich um einen alten oder neu anzulegenden Garten handelt, den Sie anlegen möchten – beginnt bereits hier die Entscheidungsfindung: je kleiner die Fläche, desto schwieriger die Entscheidung, welche Pflanzen genommen werden sollten.
Aber fangen Sie ganz vorn an: zuerst schauen sie sich an, was Ihnen gefällt – vom Stil, Charakter und Farbe des Baumes, Busches oder Strauchs her. Schauen Sie zuerst nicht auf Preise – diese Diskussion kommt später...
Der besonnene Planer schreibt sich auf, was ihm oder ihr gut gefallen würde – und bittet dann möglichst den erfahrensten Mitarbeiter oder die erfahrenste Mitarbeiterin im besuchten Gartencenter um eine Beratung. (Empfehlenswert ist, einen Besuch im Gartencentrum dann zu machen, wenn das Wetter nicht allzu gut ist – dann ist der Andrang nicht so groß, und Sie haben eine bessere Chance, zu einer ausführlichen Beratung zu kommen!)
Der Berater oder die Beraterin wird Sie – wenn es ein wirklich gutes Gespräch werden soll – ausfragen, wo der Garten, den Sie anlegen oder umgestalten wollen, liegt, welche Lage im Bezug auf die Sonneneinstrahlung die Gartenfläche hat, ob es ein ebenes oder geneigtes Grundstück ist und viele andere Fragen mehr. Die Frage nach der Bodenqualität wird kommen, und viele andere Details kommen zur Sprache. Vielleicht ist der freundlicher Ratgeber auch bereit, Sie zu begleiten, und Sie zeigen dieser Person das zu gestaltende Areal – manchmal kann auch eine Zeichnung, ein Lageplan also, helfen, Größe, Form und Himmelsrichtung zu verdeutlichen.
Wenn Sie eine Rasenfläche planen, damit Kinder darauf spielen können, erfordert das eine andere Planung als eine möglichst pflegeleichte Anlage, vielleicht sogar mit gepflasterten Flächen darin.
Sie sehen – eine einzige neue Idee, die Sie haben, löst eine Fülle von Vorschlägen aus, die wiederum Lösungen anbieten, bei denen Sie wieder neue Überlegungen anstellen – es kann in der Tat zu einem Vollzeit-Job werden!
Aber es macht ungeheuren Spass – und wenn es dann endlich so weit ist, dass die Pflanzarbeiten beginnen können, dann kann es Ihnen nicht schnell genug gehen, bis die
Pflanzen alle angewachsen sind und sich so entwickeln, wie Sie sich das gedacht haben.
Besonders ernst nehmen bekanntlich die Japaner ihre Gärten: wenn dort in einem bestehenden Garten eine bestimmte Pflanze eine gewisse Höhe überschritten hat, und wenn sich dadurch die Proportionen des Arrangements verändern – dann lösen japanische Gärtner einen sogar manchmal sehr alten Garten komplett auf und legen ihn neu an – weil dort die Gewichtung und die Proportionen so wichtig genommen werden.