Für viele Menschen ist der eigene Garten ein lang gehegter Traum, mit ausschlaggebend, sich ein eigenes Haus zu bauen. Trotzdem sehen viele Gärten chaotisch und regelrecht trostlos aus. Dies liegt oft daran, dass keine Gartenplanungen gemacht werden. Ein Garten, der später im Alltag auch funktionieren soll, muss jedoch sorgfältig geplant sein.
Egal ob eine komplette Neuanlage ansteht, oder nur Teilbereiche verändert werden sollen, am Anfang einer Gartenplanung sollten sie aufschreiben, was ihre Bedürfnisse sind und was sie von ihrem Garten erwarten. Machen Sie sich also am besten eine Liste mit Ihren Wünschen und mit den Wünschen Ihrer Familie. Welche Blumen mochten Sie schon immer? Von welcher Gemüsesorte verbrauchen Sie viel und könnten sich vorstellen, sie selbst anzubauen? Von welcher Art von Garten haben Sie immer geträumt, wenn jemand das Wort "Garten" erwähnt hat?
Nun folgt der "Realitäts-Check": schätzen Sie sich, Ihre Familie und Ihre Zeit realistisch ein. Was können und wollen Sie in den Garten investieren? Haben Sie Kinder, brauchen Sie möglicherweise eine große und robuste Grünfläche, die leicht zu pflegen ist. Dazu vielleicht ein bis zwei Obstbäume, die es auch mal aushalten, dass sie als Klettergerüst und Ausguck verwendet werden. Sind Sie berufstätig, haben sie unter der Woche kaum Zeit, sich um ihren Garten zu kümmern. Hier sollten Sie eine Gartenbewässerungsanlage in die Gartenplanung mit einbeziehen. Die Wahl sollte auf robustere, pflegeleichte Pflanzen fallen. Vielleicht wäre ein Staudengarten für Sie interessant. Vielleicht betrachten Sie ihren Garten aber auch als Hobby und können es gar nicht erwarten, möglichst oft und lange darin zu sein. Dann können sie auch aufwändigere Projekte mit anspruchsvolleren Pflanzen realisieren. Seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst: nichts ist schlimmer als ambitionierte Gartenplanungen, die dann aber im Alltag an zu wenig Zeit, Geldmangel oder schlicht Lustlosigkeit scheitern.
Als nächstes besorgen Sie sich einen Plan von Ihrem Garten. Vielleicht haben Sie noch einen Katasterauszug, den Sie vergrößern können oder Sie zeichnen selbst einen Plan. Der Maßstab sollte nicht kleiner als 1:50, die Himmelsrichtungen klar ablesbar sein. Nun beginnen Sie zunächst mit der Wegeplanung: Wo sind die Wasseranschlüsse? Wo werden die Gartengeräte gelagert? Welche Wege werden noch oft begangen? Beziehen Sie gleich die Wege mit ein, die ohnehin begangen werden, auch wenn Sie das eigentlich gar nicht wollen. Legen Sie z.B. gleich einen Weg zwischen Gartenhäuschen und Küchenfenster an. Wenn Sie diesen nicht einplanen, wird dort über kurz oder lang ein unschöner Trampelpfad entstehen. Denken Sie gleich darüber nach, wie die Wege aussehen sollen. Geschwungene Wege sind gefälliger, aber schwieriger anzulegen. Gepflasterte Wege bedeuten mehr Aufwand bei Herstellung und Pflege als gekieste oder gemulchte, sind aber besser mit Schubkarre oder Transportwagen zu befahren.
Als nächstes zeichnen Sie Rasenflächen und Beete ein. Achten Sie dabei darauf, dass die Bepflanzung die Himmelsrichtungen berücksichtigt. Gute Gartenplanungen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass die gesetzten Pflanzen auch gedeihen. Tomaten in die Nordostecke des Gartens zu verbannen, ist sicherlich keine gute Idee. Einige Waldpflanzen und Farne würden diesen Standort dagegen bevorzugen. Im Zweifelsfall sprechen Sie ihre Gartenplanungen einmal mit dem Gärtner Ihres Vertrauens durch. Er wird sicher noch die eine oder andere Idee für Pflanzungen an "problematischen" Standorten haben. Wenn Sie hochwachsende Sträucher und Stauden oder sogar Bäume planen, achten Sie auf die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzabstände. Gute Gartenplanungen beziehen auch den Schattenwurf dieser Pflanzen mit ein: in diesem Bereich sollte kein Beet angelegt werden.
Am Schluss unterziehen Sie ihre Gartenplanung noch einmal einer kritischen Durchsicht: Sind alle notwendigen Wege berücksichtigt? Ist die Anlage so pflegeleicht, wie Sie es wünschen? Haben Sie auch an "kleine Helfer" wie Rasenkantensteine an den Beetübergängen gedacht? Dann kann es jetzt an die Umsetzung gehen. Viel Spaß dabei!